Die Hähnchenhalterin Ramona Harkers hockt in einem violetten Schutzanaug flankiert von den ebenfalls hockenden Putenhalter Hubert-Markus Brauweiler und dem Hähnchenhalter Diedrich Dammann.

Herzlich willkommen bei Geflügel macht Schule!

Sie möchten das Thema Landwirtschaft und insbesondere die Geflügelhaltung im Unterricht behandeln? Wir geben Ihnen hier einen authentischen Einblick in die Geflügelhaltung in Deutschland. 

Auf unseren Seiten finden Sie Hintergrundinformationen zur Arbeit der Geflügelhalter und zur Haltung von Hähnchen und Puten sowie kostenlose Materialien für Ihren Unterricht in der Primarstufe. Und Sie können sich bei einem interaktiven Rundgang einen Hähnchen- oder Putenstall von innen anschauen oder sich direkt für einen Besuch auf einem Geflügelhof mit Ihrer Klasse anmelden.

Viel Spaß auf unserer Geflügel-macht-Schule-Webseite!

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Wussten Sie, dass Hähnchen und Puten niemals in Käfigen gehalten werden?

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Stallrundgang

Was ist der Unterschied zwischen Puten und Hähnchen? Wie viel Platz haben die Tiere im Stall? Und was fressen sie eigentlich? Finden Sie es heraus – bei einem interaktiven Rundgang durch den Hähnchenstall von Malte Eickhoff oder den Putenstall von Erik Helmecke.

Wusstest Du, dass Puten Spielzeug lieben und Hähnchen nicht so wie wir Wasser herunterschlucken können? Nein?! Dann begleite Malte und Erik bei einem interaktiven Stallrundgang und erfahre noch mehr spannende Sachen über die Hähnchen und Puten.
Viel Spaß dabei!

Malte Eickhoff
Erik Helmecke

Der Stallrundgang steht für Ihre Bildschirmbreite leider nicht zur Verfügung.

Der Geflügelhof

Herzlich willkommen ...

... auf meinem Geflügelhof! Mein Name ist Malte Eickhoff und ich lade Sie herzlich ein, mich bei einem Rundgang durch meinen Hähnchenstall zu begleiten. Unterwegs können Sie die Geflügelhaltung hautnah erleben und viele nützliche Informationen rund um meine Arbeit abrufen.

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Über die orangenen Pfeile kommen Sie jeweils weiter.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Stallbesuch!

Los geht's!
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Eingangstor

Wie kommen die Hähnchen in den Stall?

Dies ist das Haupttor zu Malte Eickhoffs Geflügelstall. Hier werden seine Hähnchen als junge Küken in den Stall gebracht. Sie kommen dabei als erst einen Tag alte Küken direkt aus der Brüterei. In der Hähnchenhaltung werden die männlichen und die weiblichen Tiere gemeinsam aufgezogen.

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Bereits ein paar Tage vorher wird der Stall auf die Ankunft der Küken vorbereitet: Herr Eickhoff hat den Stall gereinigt und umfassend desinfiziert. Zudem hat er auf dem kompletten Stallboden frische, trockene Einstreu (wie Strohhäcksel oder Holzspäne) verteilt, die später die Ausscheidungen der Tiere aufnehmen soll, gleichzeitig den Tieren aber auch zum Staubbaden und Picken dient.

Auf die richtige Temperatur kommt es an

Außerdem wird der Stall vorgeheizt, um der für die Küken optimalen Umgebungstemperatur von 34 bis 36 °C zu entsprechen. Der Stallboden und die Einstreu sollten dabei idealerweise eine Temperatur von 30 °C haben. In den ersten Tagen sind die Küken noch nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur komplett selbst zu regulieren, sodass das Einhalten der richtigen Temperatur für das Wohlbefinden der Tiere sehr wichtig ist.

Zum anderen dient die optimale Temperatur der Vorbeugung von Krankheiten, da das Immunsystem der Tiere gerade in den ersten Lebenstagen noch nicht vollständig entwickelt ist.

So kommen die Küken in den Stall

In speziell dafür vorgesehenen Kisten erreichen die Küken schließlich den Hof. Dort überprüft Herr Eickhoff die Papiere der Brüterei: Diese hat bereits Impfungen vorgenommen und garantiert beispielsweise die Salmonellenfreiheit der Tiere. Sind die Papiere in Ordnung, können die Tiere in den Stall und das sogenannte Einstallen beginnt. Das Einstallen verläuft bei Hähnchen und Puten übrigens ähnlich.

Hier sehen Sie im Video ein Beispiel aus der Putenhaltung:

Geflügelhalter

Lernen Sie einen von 6.500 Geflügelhaltern in Deutschland kennen

Malte Eickhoff ist 26 Jahre alt und Landwirt in der fünften Generation. Aufgewachsen im landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern, war ihm schon früh klar, dass auch er Landwirt werden wollte:

„In den Beruf Landwirt bin ich quasi von klein auf reingewachsen. Ich bin bei uns auf dem Hof mit der Landwirtschaft aufgewachsen und führe sie jetzt weiter. Ein anderer Beruf kam für mich eigentlich nie infrage. In meiner Lehrzeit habe ich dann begonnen, mich für die Geflügelhaltung zu begeistern. Auf unserem Hof hatten wir nämlich bis dahin nur Schweine. 2010 haben wir dann diesen Hähnchenstall für 37.000 Tiere gebaut. Und ich kümmere mich nun täglich um unsere Hähnchen, mache den Futtereinkauf und die Buchhaltung, aber auch alle Dokumentationen. Das Besondere an meiner Arbeit ist eben diese Vielfältigkeit. Jede Herde ist einfach anders. Und als junger Landwirt mag ich natürlich auch den Umgang mit der ganzen Technik.“

Wie wird man Geflügelhalter?

Jeder Geflügelhalter in Deutschland muss über einen sogenannten Sachkundenachweis verfügen, der von den zuständigen Behörden ausgestellt wird – ohne diesen dürfte auch Malte Eickhoff seine Hähnchen nicht halten.

Denn die Sachkunde des Halters ist ein wesentlicher Faktor für das Wohl der Tiere: Dazu zählen Fertigkeiten im sorgsamen Umgang mit den Tieren genauso wie Kenntnisse über die bedürfnisgerechte Haltung und Versorgung, die Anatomie, Physiologie und das Verhalten der Tiere, aber auch über die tierschutzrechtlichen Vorschriften.

Die meisten Geflügelhalter in Deutschland haben dafür eine umfassende Ausbildung absolviert: Sie sind – wie Malte Eickhoff selbst – gelernte Land- oder Tierwirte, Land- oder Tierwirtschaftsmeister oder haben Agrarwissenschaften studiert.

Alternativ kann auch ein Sachkundelehrgang absolviert werden, der am Ende mit einer theoretischen und praktischen Prüfung durch einen von den Behörden beauftragten Tierarzt abschließt. In der Anfangszeit als Geflügelhalter werden die jungen Landwirte zusätzlich noch intensiv betreut, zum Beispiel von Vertretern der Landwirtschaftskammern.

Futtersilo

Wussten Sie, dass das Futter auf das Alter der Tiere abgestimmt wird?

Auf der Außenseite des Stalls wird das Futter in drei Futtersilos gelagert. In jedem Silo ist anderes Futter, das jeweils eine auf das Alter und die Entwicklungsstufe der Tiere abgestimmte Nährstoffzusammensetzung hat: Starter-, Aufzucht- und Abschlussfutter.

Von den Silos wird das Futter über die Futterbahnen automatisch in die Futterschüsseln im Stall befördert.

Ein großer Teil des Futters stammt aus heimischem Anbau

Verwendet wird ausschließlich Futter auf rein pflanzlicher Basis: Getreide wie Weizen und Mais sowie pflanzliches Eiweiß aus Sojaschrot, Erbsen oder Raps sind die Hauptbestandteile.

Das Futter für die Tiere von Malte Eickhoff besteht dabei aus rund 30 Prozent Weizen, den die Familie Eickhoff auf den eigenen Feldern selbst anbaut. Zusätzlich enthält das Futter lebenswichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Die einzelnen Komponenten des Futters stammen überwiegend aus Deutschland und Europa. Die verhältnismäßig geringe Menge an Sojaschrot – wichtiger Eiweißlieferant im Futter – ist ein Nebenprodukt der Speiseölherstellung und stammt aus ausgewiesenen Regionen Nord- und Südamerikas.

Wussten Sie in diesem Zusammenhang eigentlich, dass der Flächenverbrauch pro Kilogramm Geflügelfleisch deutlich geringer ist als der entsprechende Flächenverbrauch für ein Kilogramm Rind- oder Schweinefleisch? Denn durch eine effiziente Futterverwertung kann die weltweite Flächennutzung für den Anbau von Futterpflanzen für die Geflügelhaltung äußerst gering gehalten werden.



Stiefelbecken

Warum muss der Halter seine Schuhe desinfizieren?

Bevor Malte Eickhoff den Stall betritt, desinfiziert er seine Stiefel in diesem Stiefelbecken mit Desinfektionslösung.

Dadurch wird verhindert, dass er an den Fußsohlen Keime von außen in den Stall transportiert, die eine unnötige Gefahr für die Tiere darstellen könnten.

Arbeitskleidung

Warum braucht der Halter einen Overall?

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Wie jeder Geflügelhalter trägt Malte Eickhoff stets spezielle Arbeitskleidung, wenn er den Stall betritt.

Sein Schutzanzug dient in erster Linie dem Schutz der Tiere, denn er verhindert, dass Keime in den Stall gelangen.

Technische Geräte

Technik und Tierwohl – passt das eigentlich zusammen?

Hier im Kontrollraum kann Malte Eickhoff über den Computer die Stalleinrichtungen steuern. So sorgt der Computer zum Beispiel dafür, dass das Futter aus den Silos über die Futterbahnen in die Futterschüsseln transportiert wird. Über den Computer steuert der Halter zudem die Temperatur im Stall, regelt die Lüftung und aktiviert bei Bedarf eine zusätzliche Ventilation.

Beleuchtung folgt natürlichem Tag-Nacht-Rhythmus

Darüber hinaus werden der Einfall von Tageslicht und die Beleuchtung im Stall über den Computer geregelt. Die Beleuchtung folgt dabei einem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus: Abends wird das Licht über den Zeitraum von einer Stunde langsam bis zur völligen Dunkelheit heruntergefahren (Dämmerungsphase). Es folgt anschließend eine Dunkelperiode, in der die Tiere ruhen und schlafen können. Diese Phase muss mindestens 6 Stunden andauern – so schreibt es die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung vor.

Anschließend wird das Licht langsam wieder hochgefahren und für die Tiere beginnt die Tagesphase. Neben dem vorgeschriebenen Tageslicht muss die künstliche Beleuchtung den Bedürfnissen der Tiere entsprechen und flackerfrei sein.

Wie entwickelt sich die Herde? Der Computer weiß Bescheid.

Die technischen Geräte geben dem Halter jederzeit Auskunft darüber, wie sich die Herde entwickelt: Dies sind Merkmale wie das Gewicht, die Futterverwertung oder die aufgenommene Wassermenge.

Die Computersteuerung erleichtert Malte Eickhoff das Stallmanagement, ersetzt jedoch keineswegs den Menschen dahinter. Daher nimmt Herr Eickhoff seine Tiere zweimal am Tag in Augenschein und kontrolliert nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die einzelnen Faktoren im Stall – und bei Bedarf optimiert er die entsprechenden Einstellungen des Computers.



Kontrolldokumente

Wussten Sie, dass der Halter alles genau dokumentieren muss?

Jedes Detail der Stallbedingungen – zum Beispiel Temperatur, Luftdruck oder Luftfeuchtigkeit, Futterverwertung und Gewicht der Tiere – wird in den dafür vorgesehenen Kontrolldokumenten täglich festgehalten. Aber auch der Zustand der Tiere, eventuell auftretende Krankheiten und jede Vergabe von Medikamenten werden umfassend dokumentiert.

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Jeder Halter muss zudem die Anzahl der während der Aufzucht gestorbenen Tiere sowie die jeweilige Ursache dokumentieren. Im Durchschnitt liegt die Sterblichkeitsrate während der Aufzucht im unteren einstelligen Prozentbereich.

Auch weitere Informationen müssen vermerkt werden: wann und wie viele Tiere eingestallt worden sind, welche Fläche der Stall hat, welche Rasse die Tiere haben sowie das Datum, an dem die Tiere den Stall wieder verlassen. Diese ausführliche Dokumentation ist in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung gesetzlich vorgeschrieben.

Das sogenannte QS-System, ein branchenübergreifendes Qualitätssicherungssystem für die Herstellung von Lebensmitteln, verlangt sogar eine darüber hinausgehende Dokumentation.

Wer überprüft die Dokumentation des Halters?

Wenn der Tierarzt, ein behördlicher Prüfer oder ein QS-Kontrolleur in den Stall kommt, muss Herr Eickhoff diese Papiere vorzeigen.

Die korrekte und lückenlose Durchführung der Dokumentation ist wichtig, um rechtzeitig Auffälligkeiten zu erkennen und gemeinsam mit dem Landwirt entsprechende Optimierungen am Stallmanagement vorzunehmen, die das Wohlbefinden der Tiere erhöhen. Im Zweifel werden Sanktionen oder Auflagen verhängt, sollten diese Optimierungen vom Halter nicht umgesetzt werden.


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Kontrolle des Halters

Wie oft geht der Halter in den Stall?

Malte Eickhoff kontrolliert das Wohlbefinden seiner Tiere jeden Tag, jeweils morgens und abends. Bereits die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sieht vor, dass jeder Geflügelhalter mindestens zweimal am Tag seine Tiere in Augenschein zu nehmen hat.

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Dabei kontrolliert der Halter zunächst das Aussehen (zum Beispiel sichtbare Verletzungen oder Gesundheitsstörungen) sowie die Verteilung und das Verhalten der Tiere im Stall – alles wichtige Indikatoren zur Beurteilung des Wohlbefindens seiner Herde.

Hier sind besonders die Sachkunde, die Erfahrung und das Gespür von Malte Eickhoff im Umgang mit den Hähnchen gefragt. So kann er zum Beispiel am Verhalten der Tiere erkennen, ob die vom Computer gesteuerte Stalltemperatur für die Tiere optimal ist:

Ist es zum Beispiel zu kalt im Stall, drängen sich die Tiere dicht zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen. Hier kann Herr Eickhoff schnell eingreifen und die Temperatur nachjustieren, damit sie sich in einem für die Tiere optimalen Bereich bewegt.

Im Stall von Malte Eickhoff beträgt die Temperatur dem Alter der Tiere entsprechend derzeit 27,3 °C.

Zudem überprüft Malte Eickhoff bei seinen Rundgängen die Funktion der Tränken und Futterschüsseln sowie deren Sauberkeit und stellt sicher, dass die Tiere uneingeschränkten Zugang zu den Versorgungseinrichtungen haben. Außerdem untersucht er die Einstreu, denn sie sollte stets so beschaffen sein, dass die Tiere darin picken, scharren und staubbaden können.

Das Ergebnis seiner täglichen Rundgänge muss er in die Kontrolldokumente eintragen und bei einer Überprüfung dem Veterinär oder einer behördlichen Kontrolle vorzeigen.



Tiere

Wie alt sind eigentlich die Hähnchen? Schätzen Sie doch mal.

Die Hähnchen von Herrn Eickhoff sind nun 18 Tage alt. Sie wiegen rund 840 Gramm und befinden sich am Ende der ersten Hälfte der 42 Tage dauernden Aufzucht. In dieser Phase verlieren sie ihr gelbes (Küken-)Gefieder, bilden stattdessen ein weißes Gefieder aus und beginnen mit einem schnelleren Wachstum.

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In der ersten Phase, direkt nach dem Einstallen, wachsen die Tiere nämlich langsamer, um zunächst ein gesundes und stabiles Knochengerüst auszubilden. In der zweiten Hälfte der Aufzucht setzt dann ein schnelleres Wachstum ein, bis das Zielgewicht von circa 2.500 Gramm erreicht wird.

Dieses schonende Wachstum ist der Aufnahme sogenannter „Tierwohlkriterien“ in die Zucht von Geflügel zu verdanken. Aspekte wie Beinstabilität, Darmgesundheit, Herz-Lungen-Fitness, Lauffähigkeit und Robustheit spielen heute eine wichtige Rolle, sodass das reine Wachstum der Tiere nicht mehr das wesentliche Kriterium ist.

Auch in der Haltung kommt dem Tierwohl oberste Priorität zu: Die Halter haben dafür Sorge zu tragen, dass den Tieren keinerlei vermeidbare Leiden und Schmerzen zugefügt werden, sie jederzeit Zugang zu Futter und Wasser haben und es den Tieren nachprüfbar gut geht. Tierwohl bedeutet zudem, dass die Hähnchen ihren natürlichen Verhaltensweisen wie Picken, Scharren und Staubbaden jederzeit nachgehen können.



Futterschüsseln

Weizen, Hafer oder Ackerbohne – was fressen Hähnchen?

Während der gesamten Aufzucht haben die Tiere über die Futterstationen stets freien Zugang zu Futter. Automatisierte Stallanlagen sorgen konstant für eine ausreichende Versorgung der Tiere. Dabei müssen alle Tiere stets gleichermaßen Zugang zu Futter haben.

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Die Futterschüsseln müssen zudem immer auf die Rückenhöhe der Tiere angepasst sein, sodass die Tiere entsprechend ihrem Alter leicht Zugang zum Futter haben, gleichzeitig die Schüsseln aber durch Einstreu oder Kot nicht verunreinigt werden.

Das Futter wird der jeweiligen Alters- und Entwicklungsphase der Tiere angepasst und ist in der Regel über drei Phasen auf den jeweils notwendigen Nährstoffbedarf abgestimmt. Daher enthält das sogenannte Starterfutter – das erste Futter nach dem Einstallen – einen wesentlich höheren Weizenanteil.

Dem Aufzuchtfutter, das in der Hauptphase der Aufzucht gefüttert wird, werden hingegen zusätzlich noch Hafer und Gerste beigemischt, die im Starterfutter nicht enthalten sind. Außerdem ist die Ackerbohne ein wichtiger Bestandteil des Aufzuchtfutters, denn sie enthält im Vergleich zu den Getreidebestandteilen einen deutlich höheren Eiweißgehalt.



Wassertränke

Was hat es eigentlich mit den roten Schalen auf sich?

Über die Tränken steht den Tieren jederzeit frisches Trinkwasser zur Verfügung. Da Hähnchen, wie übrigens alle Vogelarten, keinen Schluckreflex besitzen, müssen die Tiere das Wasser „von oben“ aufnehmen: Dazu berühren die Tiere mit dem Schnabel einen kleinen Hebel am oberen Bereich der Tränke, durch den das frische Wasser in den Schnabel läuft und vom Tier aufgenommen wird.

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Die roten Schalen unter dem Hebel dienen dabei als Auffangbehälter für überschüssige Wasserreste, um die stets trocken zu haltende Einstreu nicht unnötig zu befeuchten.

Die Hygiene der Tränken spielt zudem bei der Vorbeugung von Krankheiten eine große Rolle. Bereits vor dem Einstallen der Tiere werden die Tränken daher besonders gründlich gereinigt und desinfiziert.



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Tageslicht

Der Stall von Malte Eickhoff bietet Fenster für Tageslicht. Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung schreibt diese Einfallflächen für Tageslicht heute verpflichtend vor.

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Von dieser Regelung befreit sind lediglich Stallbauten, die vor dem 9. Oktober 2009 genehmigt oder in Betrieb genommen worden sind. Die Einfallflächen müssen so angeordnet sein, dass eine möglichst gleichmäßige Verteilung des Tageslichts im Stall gewährleistet ist.

Eine Einschränkung des Tageslichteinfalls ist zudem immer nur vorübergehend und nach tierärztlicher Indikation erlaubt.

Waage

Woher weiß der Halter, wie schwer seine Tiere sind?

Die Tierwaage ist ein wichtiges Messinstrument für Malte Eickhoff. Die Platte befindet sich in der Mitte des Stalls und etwas über Bodenhöhe, sodass die Tiere sie täglich überqueren. Ein Computer misst das Gewicht, erfasst automatisch die Anzahl der Tiere, die sich auf der Platte befinden, und gibt Herrn Eickhoff so Auskunft über das Gewicht seiner Tiere.

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So kann er sicherstellen, dass sich die Tiere gut entwickeln und die maximal zulässige „Besatzdichte“ niemals überschritten wird.

„Besatzdichte“ – was bedeutet das eigentlich?

Die Besatzdichte gibt darüber Auskunft, wie viel Platz die Tiere im Stall haben und wird als Gewicht der Tiere pro Quadratmeter Stallfläche angegeben:

In der konventionellen Hähnchenhaltung darf die Besatzdichte laut Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung zu keinem Zeitpunkt 39 kg pro Quadratmeter überschreiten. Sofern das Endgewicht der Tiere weniger als 1.600 Gramm beträgt, sind sogar nur 35 kg pro Quadratmeter zulässig, dies jeweils im Durchschnitt von drei aufeinander folgenden Aufzuchtperioden.

Damit bleibt die deutsche Gesetzgebung deutlich unter dem EU-weit üblichen Standard von 42 kg pro Quadratmeter. Wichtig ist hierbei: Immer erst am Ende der Aufzuchtphase, also kurz bevor die Tiere den Stall verlassen, werden diese Höchstwerte erreicht.

Lüftung

20 oder 30 °C – wie warm ist es in einem Hähnchenstall?

Die Lüftung im Stall wird per Computer geregelt und ist ein maßgebliches Instrument zur Steuerung des Stallklimas: Sie sorgt stets für eine ausreichende Sauerstoffzufuhr, reguliert die Temperatur im Stall und dient der Verringerung von Staub und Feuchtigkeit.

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Ventilator

Wozu brauchen Hähnchen einen Ventilator?

Sollte die normale Lüftung einmal nicht ausreichend sein, um im Stall ein angenehmes Klima sicherzustellen, wird zusätzlich ein Ventilator eingeschaltet. Dies kann zum Beispiel bei besonders hohen Außentemperaturen notwendig sein.

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Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sieht vor, dass bei einer Außentemperatur von über 30 °C im Schatten die Raumtemperatur im Stall maximal 3 °C über der Außentemperatur liegen darf. In solchen Fällen ist daher der zusätzliche Ventilator unabdinglich, um eine Überhitzung der Tiere zu verhindern und eine ausreichende Belüftung des Stalls sicherzustellen.

Veterinär

Wussten Sie, dass für jede Herde ein individuelles Impfkonzept erstellt wird?

Malte Eickhoffs Hähnchen werden während der gesamten Aufzucht von einem Tierarzt betreut.

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Für Herrn Eickhoff ist der Tierarzt Rudolf Werner zuständig. Zu Beginn einer jeden Aufzucht steht zunächst eine gemeinsame Besprechung zwischen Tierarzt und Landwirt an, in welcher die gesamte Aufzuchtphase vorbereitet wird. Zudem erarbeiten beide – neben den Impfungen, die bereits in der Brüterei erfolgt sind – ein stallspezifisches Impfkonzept für die Küken und stellen die ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen sicher. Viele Krankheiten, die während der Aufzucht theoretisch auftreten könnten, können so bereits im Vorfeld verhindert werden.

Der Tierarzt schaut regelmäßig nach den Tieren

Sollten die Tiere dennoch einmal krank werden, gilt Malte Eickhoffs erster Anruf seinem Tierarzt. Dieser untersucht die Tiere und leitet, falls notwendig, eine Behandlung ein. Als letztes Mittel können hier auch Medikamente (wie zum Beispiel Antibiotika) zum Einsatz kommen, jedoch ausschließlich nach Indikation des Tierarztes und immer nur abgestimmt auf den konkreten Krankheitsfall.

Aber auch wenn keine Krankheiten auftreten, schaut Herr Werner während der Aufzucht regelmäßig nach den Tieren. Gemeinsam mit dem Landwirt überprüft er dann die Dokumente: wie viel fressen die Tiere, wie schnell wachsen sie und wie hoch ist die Sterblichkeit. Bei einem anschließenden Rundgang durch den Stall macht er sich ein Bild vom allgemeinen Zustand der Herde.

Sein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Gesundheit der Fußballen der Tiere. Diese tragen das Gewicht des Tieres und sollten daher stets gesund sein. Ein entzündeter Fußballen sorgt für Schmerzen beim Laufen und somit für eine geringere Mobilität der Tiere. Ein derartig erkranktes Tier leidet nicht nur unnötig, sondern frisst auch weniger und wächst nicht gut. Erfolgreiche Geflügelhaltung ist also immer nur durch angewandten Tierschutz zu erreichen.

„Halter sind deutlich besser ausgebildet als früher“

Dafür ist auch ein guter Dialog zwischen Tierarzt und Landwirt entscheidend – auf Augenhöhe, wie Herr Werner betont:

„Gemeinsam, im engen Austausch mit den Landwirten, möchte man eine gesunde und starke Herde aufziehen. Diese Partnerschaft ist heute viel stärker als früher, alleine schon, weil die Halter deutlich besser ausgebildet sind und heute viel sensibilisierter für eine tierschutzorientierte Pflege der Herde sind.“


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Ausgangstor

Was passiert am Ende der Aufzucht?

Am Ende der Aufzucht werden die Tiere ausgestallt – sie verlassen den Stall. Zuvor führt ein Mitarbeiter der zuständigen Veterinärbehörde, der Amtsveterinär, jedoch die sogenannte Lebendtierbeschau durch.

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Dabei begutachtet er den Zustand der Herde, untersucht stichprobenartig einzelne Tiere und überprüft außerdem noch einmal abschließend die Kontrolldokumente von Herrn Eickhoff, zum Beispiel auf Medikamentenvergabe.

Nur wenn hier alles in Ordnung ist, gibt der Amtsveterinär die Tiere für den Transport zum Schlachthof frei. Diese Überprüfung dient zum einen einer weiteren Sicherstellung des Tierschutzes in den Aufzuchtbetrieben, zum anderen aber auch der Qualitätssicherung für den Verbraucher.

Denn der Amtstierarzt überprüft auf diese Weise, dass festgeschriebene Wartezeiten nach einer Vergabe von Medikamenten eingehalten wurden, um gesundheitlich bedenkliche Rückstände im Geflügelfleisch ausschließen zu können. Diese Wartezeiten sind für jedes eingesetzte Medikament unterschiedlich und in der jeweiligen Packungsbeilage definiert.

Blaues Licht beruhigt die Tiere

Nach dieser abschließenden Kontrolle beginnt das Ausstallen: Die Tiere werden dabei per Hand in Transportboxen gesetzt, speziell dafür wird der Stall mit blauem Licht beleuchtet. Das Licht beruhigt die Tiere, das Ausstallen ist dann für sie mit weniger Stress verbunden. Anschließend werden die Tiere zum Schlachthof transportiert. Der leitende Mitarbeiter, der für das Ausstallen der Tiere zuständig ist, muss im Rahmen des QS-Systems einen Tierschutz-Sachkundenachweis vorlegen können. Er achtet während des Ausstallens besonders darauf, dass es für die Tiere so schonend wie möglich geschieht.

Kontrollen

Wussten Sie, dass es auch unangekündigte Kontrollen gibt?

Malte Eickhoffs Hähnchenstall wird in regelmäßigen Abständen von einem sogenannten QS-Auditor kontrolliert, da sein Betrieb für das QS-System, ein Qualitätssicherungssystem von Lebensmitteln, zertifiziert ist – wie übrigens die meisten Geflügelbetriebe in Deutschland.

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Hierbei gibt es zwei Kategorien von QS-Kontrollen: Die Systemaudits und die Spotaudits. Die sogenannten Systemaudits erfolgen normalerweise nach vorheriger Anmeldung und stellen eine ausführliche Kontrolle des gesamten Geflügelhofs dar.

In einem großen Stall kann dies mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Zwischen zwei Systemaudits findet zusätzlich jeweils ein unangekündigtes Spotaudit statt, das keine Vorbereitungszeit lässt – Änderungen an den Bedingungen im Stall sind so nicht möglich. Abweichend davon kann der Halter wählen, ob seine Systemaudits ebenfalls unangekündigt stattfinden, dafür entfällt dann das Spotaudit.

Die „Systemaudits“ sind Pflicht für jeden Halter

Bei einem Systemaudit überprüft der Kontrolleur die Dokumentation von Herrn Eickhoff, kontrolliert den Zustand der technischen Anlagen und des gesamten Geländes, die Einhaltung der Hygienevorschriften sowie – und dies steht stets im Mittelpunkt – das Wohlbefinden der Tiere und den Zustand der Herde. Hier spielen dann vor allem die Haltungsbedingungen eine große Rolle.

Ein erfahrener Auditor kann auf den ersten Blick erkennen, ob die Haltungsbedingungen tiergerecht sind, die Bestimmungen eingehalten werden und der Halter seiner Fürsorgepflicht nachkommt. Bei den Spotaudits – die grundsätzlich unangekündigt stattfinden – stehen die Aspekte Tierschutz, Tiergesundheit und Hygiene im Fokus der Betriebs- und Stallbesichtigung. Am Tier selbst erkennt der Auditor, wie es um die Gesundheit steht, also ob die Tiere beweglich und aktiv sind und ob der Halter alle geltenden Tierschutzregelungen einhält.

Auf die „K.o.-Kriterien“ wird besonders geachtet

Im Kriterienkatalog für die Audits gibt es einige besonders wichtige Kriterien, die sogenannten K.o.-Kriterien. Erfüllt der Halter eines dieser Kriterien nicht, können Geldbußen und Sanktionen verhängt werden oder der Auditor empfiehlt einen Entzug der Lieferberechtigung in das QS-System.

K.o.-Faktoren bei QS-Spotaudits sind unter anderem Mängel bei der Bestandsaufzeichnung, den Haltungsanforderungen oder selbstverständlich bei der Einhaltung der Besatzdichte.

Einstreu

Was hat die Einstreu mit der Gesundheit der Tiere zu tun?

Eine lockere und trockene Einstreu bildet die Basis für eine tiergerechte Aufzucht. Sie schafft ein günstiges Mikroklima im Stall, bindet die Ausscheidungen der Tiere und dient dem Schutz vor Kälte, die vom Boden her aufsteigen könnte.

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Außerdem gibt die richtige Einstreu den Tieren die Möglichkeit, ihren natürlichen Verhaltensweisen wie Picken, Scharren und Staubbaden nachzugehen. Darüber hinaus hält sie die Fußballen der Tiere trocken – und damit frei von Entzündungen. Die Fußballengesundheit ist nämlich ein wesentlicher Indikator zur Beurteilung des Zustandes der Tiere während der Aufzucht.

Strohgranulat oder Holzspäne – was ist die richtige Einstreu?

Die Einstreu besteht hauptsächlich aus Strohhäckseln, Strohgranulat, Zellstoff und Holzspänen. Diese Materialien weisen unterschiedliche Eigenschaften auf, die für die Beschaffenheit der idealen Einstreu wichtig sind, zum Beispiel die Saug- oder Rieselfähigkeit bei Feuchtigkeit.

Der Feuchtigkeitsgehalt der Einstreu sollte 30 Prozent nicht überschreiten. Außerdem sollte die Einstreu biologisch abbaubar sein und einen geringen Staubanteil aufweisen. Die genaue Zusammensetzung und das Mischungsverhältnis der einzelnen Bestandteile können sich jedoch je nach Tierart und Stall unterscheiden.

Hier sind dann die Erfahrungswerte des Halters wichtig, denn nur er kann letztlich in der Praxis beurteilen, welche Materialien am besten zum Wohlbefinden seiner Herde beitragen. Herr Eickhoff nutzt hier beispielsweise eine Einstreu aus dunklem Strohgranulat als Standardeinstreu, die helleren Holzspäne jeweils zum Nachstreuen einzelner Flächen. Entscheidendes Kriterium ist hierbei, dass sich die Tiere bis zum Ende der Aufzucht stets auf sauberem und trockenem Boden bewegen. Dafür sollte die Einstreu beispielsweise auch nicht zu dick gestreut sein, damit die Tiere sie dann gut durcharbeiten können.

Herzlichen Dank ...

... für Ihr Interesse an meinem Geflügelhof. Ich hoffe, der Rundgang hat Ihnen gefallen.


Weitere Informationen rund um die Geflügelwirtschaft bekommen Sie auch auf unserer Website www.deutsches-geflügel.de.

Viele Grüße

Malte Eickhoff

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Geflügelhof

Herzlich willkommen ...

… zum interaktiven Putenstallrundgang! Ich bin Erik Helmecke und führe Sie heute durch unsere zwei Putenställe: unseren Aufzuchtstall, in dem die jungen Tieren gehalten werden, und unseren Maststall mit den älteren Tieren. Entdecken Sie unterwegs, wie so ein Putenstall funktioniert, und erfahren Sie mehr über meine Arbeit als Geflügelhalter.

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Über die orangefarbenen Pfeile kommen Sie jeweils weiter.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Rundgang!

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Halter

Erik Helmecke - der „Junior“ des Putenhofs

Landwirtschaftsgeschichten sind oft Familiengeschichten. So ist es auch bei Erik Helmecke. Der 22-Jährige aus Sachsen-Anhalt ist ein Kind der Landwirtschaft – sein Vater führte den Betrieb aus der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft der damaligen DDR nach der Wende mit einem Partner fort. Schon von klein auf unterstützte Erik seinen Vater bei der Arbeit auf dem Betrieb. Heute umfasst der Hof seines Vaters 1.200 Hektar Ackerfläche, auf der Weizen, Raps, Gerste, Roggen, Mais und Hirse angebaut werden und die Putenhaltung. Insgesamt 24.000 Puten werden in vier Ställen gehalten. Die Zukunft des landwirtschaftlichen Betriebs wird irgendwann in Eriks Händen liegen: „Noch habe ich meinen Ausbildungsweg nicht ganz abgeschlossen, doch es ist auf jeden Fall mein Ziel, auf unserem Familienbetrieb in Zukunft mehr Verantwortung zu übernehmen. Und, klar – ich könnte mir schon vorstellen, den Betrieb irgendwann selbst zu führen“, sagt Erik.

Vielfältige Ausbildungswege führen in die Geflügelwirtschaft

Grundvoraussetzung, um Geflügel in Deutschland halten zu dürfen, ist der Sachkundenachweis. Nur wer die Sachkunde im Umgang mit den Tieren, insbesondere zum Tierschutz, nachweisen kann, erhält von den zuständigen Behörden eine Erlaubnis für die Geflügelhaltung. Wege, diese Sachkunde zu erlangen, gibt es viele. Das kann ein Sachkundelehrgang sein, die Ausbildung zum Tierwirt oder zur Tierwirtin oder auch ein Studium der Agrarwissenschaft. Erik ist ausgebildeter Landwirt. Auf diesen Abschluss sattelt er nun eine Ausbildung zum Techniker für Agrartechnik mit Schwerpunkt Landbau auf – eine Zusatzqualifikation, die zum Beispiel auch die Leitung größerer Betriebe erleichtert. Den Umgang mit den Tieren kennt Erik nicht nur aus seiner Ausbildung zum Landwirt, er steht auch im Rahmen seines praktischen Jahres in der jetzigen Ausbildung täglich im Stall. Auch hier im Putenstall arbeitet Erik bereits mit und unterstützt seinen Vater vor allem am Wochenende. In die Aufgaben und Herausforderungen eines eigenen Putenhofs soll er künftig hineinwachsen – mit seinem Vater und dessen Kollegen als wichtige Bezugspersonen und Mentoren.





Futtersilo

Der größte Teil des Futters stammt aus eigenem Anbau

Beim Blick auf den Stall fallen sofort die großen Futtersilos ins Auge, in denen das Futter für die Puten gelagert wird. Zum überwiegenden Teil handelt es sich hierbei um selbst angebauten Weizen von den Ackerflächen, die zu dem landwirtschaftlichen Betrieb gehören. Ganze 3.000 Tonnen Weizen nehmen diese Futtersilos im Jahr auf. Zusätzlich wird Ergänzungsfutter für die Tiere eingekauft und im Verhältnis 40 zu 60 mit dem eigenen Weizen vermischt. Dieser sogenannte Ergänzer enthält zumeist Soja und bringt noch einmal spezielle, für die Tiere wichtige Aminosäuren mit. Übrigens: Regenwälder werden für die Herstellung des für das Futter benötigten Sojaschrots nicht zerstört. Tatsächlich handelt es sich bei dem Sojaschrot sogar um ein Nebenprodukt der Speiseölerzeugung. Das zertifizierte Soja stammt nur aus ausgewiesenen Regionen Nord- und Südamerikas und entspricht einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Erzeugung.

Für jede Altersstufe der Tiere gibt es ein spezielles Futter

In der Putenhaltung werden je nach Alter der Tiere fünf verschiedene Futterarten verwendet. Sie unterscheiden sich zum einen in ihren Inhaltsstoffen: Jedes Futter beinhaltet genau jene Nährstoffe, die für die Tiere im jeweiligen Alter wichtig sind. So wird der Weizen zum Beispiel erst ab der 6. Lebenswoche der Küken dem Futter beigemischt. Zum anderen ist das Futter für die kleinen Küken viel feiner aufbereitet. Die sogenannten Pellets, also die Futterkügelchen, sind für die Schnäbel der Küken deutlich kleiner als für ihre großen Artgenossen.





Solar-Anlage

Die großzügigen Dachflächen werden für Solar-Anlagen genutzt

Auf dem Dach der Putenställe wurden im Jahr 2012 Solar-Anlagen installiert. Diese nutzen die flachen Dächer der Ställe optimal aus und wandeln die eintretende Sonnenenergie in elektrische Energie um, welche in das Stromnetz eingespeist wird. Das Ergebnis: sauberer Strom für unsere Netze und ein guter Nebenverdienst für den landwirtschaftlichen Betrieb.





Einstallen

Für Putenküken ist ein warmer Stall besonders wichtig

Die Putenküken kommen noch am Tag ihres Schlüpfens von der Brüterei im Putenstall an. Erik und die Mitarbeiter des Hofs bringen die Küken dann in kleinen Transportkisten in den Stall. Dieser ist zuvor bereits gereinigt, desinfiziert und anschließend auf eine Temperatur von circa 35 Grad Celsius aufgeheizt worden. Das ist wichtig, da die Küken ihren körperlichen Mechanismus zur Wärmeregulierung so früh noch nicht vollständig ausgebildet haben und sehr kälteempfindlich sind. Zudem wird vor dem sogenannten „Einstallen“ der Boden des Stalls mit Hobelspänen eingestreut, um den Tieren einen warmen und weichen Untergrund zu bieten. Spezielle Kükenringe begrenzen zu Beginn der Aufzucht die Fläche des mehrere tausend Quadratmeter großen Stalls, der sonst noch zu weitläufig für die kleinen Küken wäre.

Nach dem Einstallen, das etwa zwei Stunden dauert, bekommen die Tiere zunächst eine Stunde Ruhe, um sich an den Stall zu gewöhnen und sich zu orientieren. Erst dann werden die Futter- und Tränkebahnen von der Decke heruntergelassen. In der ersten Nacht ist dann immer ein Mitarbeiter zur Kontrolle mit auf dem Betrieb. Denn gerade in den ersten Tagen ist es sehr wichtig, sich besonders intensiv um die jungen Puten zu kümmern, bis diese sich an die neue Umgebung im Stall gewöhnt haben.





Technische Steuerung

So erfährt der Halter jederzeit, was im Putenstall los ist

Die technischen Steuerungsgeräte im Vorraum sind so etwas wie die Schaltzentrale des Putenstalls. Erik kann hier alle für die Tiere wichtigen Elemente im Stall steuern, wie zum Beispiel die Futterversorgung, die Jalousien zur Regulierung des Stallklimas oder die Wasserkühlanlage, wenn im Sommer die Temperaturen steigen. Außerdem liefern die Steuerungsgeräte wichtige Daten an den Halter, anhand derer er beurteilen kann, ob es den Tieren gut geht. So weiß Erik mit einem Blick auf die Steuergeräte zum Beispiel sofort über das Trink- und Fressverhalten der Herde oder das Gewicht der Tiere Bescheid.

Halter können sich heutzutage Tag und Nacht über ihre Herde informieren

Im Vergleich zu früher bieten moderne Ställe einiges an technischen Möglichkeiten. Und davon profitieren durch die bessere Kontrolle insbesondere die Tiere, wie Erik weiß: „Ich kann im Grunde jederzeit, egal wo ich bin, nachvollziehen, wie es im Stall aussieht, ob die Temperaturen im optimalen Bereich sind oder ob die Tiere gut fressen – und das 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.“ Wie das funktioniert? Durch eine intelligente App kann Erik alle Stalldaten live auf seinem Tablet-Computer abrufen. Die App informiert ihn auch aktiv, wenn es zum Beispiel einen Stromausfall im Stall gibt oder wenn die Temperatur im Stall um mehr als zwei Grad steigt. Doch trotz aller technischer Unterstützung ist es am Ende der Halter selbst, der durch seine zweimal täglich stattfindenden Rundgänge durch den Stall und aufgrund seiner Erfahrung am besten beurteilen kann, ob es den Tieren im Stall gut geht.





Dokumente

Warum es wichtig ist, über alles Buch zu führen

Die Hauptarbeit eines Putenhalters findet natürlich im Stall statt, bei den Tieren. Doch ein immer größerer Teil des Alltags wird auch fest für Büroarbeit eingeplant. Für die Führung des Betriebs, die Erik später einmal übernehmen möchte, sind das Aufgaben wie Verhandlungen mit Futterlieferanten, die Abstimmung mit Vermarktern oder die Planung des Personals. Immer stärker als früher fallen aber auch ganz konkrete Dokumentationspflichten an, die der späteren Kontrolle der Geflügelhalter insbesondere zu tierschutzrelevanten Fragen dienen.

Umfassende Dokumentationspflichten machen jeden Schritt der Haltung nachvollziehbar

Zu den wichtigsten Dokumentationsaufgaben gehört das tägliche Ausfüllen der sogenannten Stallkarte. Auf dieser werden jeden Tag die wichtigsten Daten in Bezug auf Stall und Tiere festgehalten: Wasserverbrauch, minimale und maximale Tagestemperatur, Reinigungszeitpunkte der Trinkwassereinrichtungen, Medikamentenvergabe, Zustand der Tiere und eventuelle Krankheiten, Verlustzahlen oder die Durchführung des vorgeschriebenen täglichen Alarmtests. Alle Dokumente des Halters werden später geprüft – zum Beispiel durch Amtsveterinäre oder spezielle QS-Kontrolleure, die auch unangekündigte Kontrollen durchführen, die sogenannten „Spot-Audits“. Diese sind Teil des QS-Systems, eines unabhängigen Kontrollsystems für die Herstellung von Lebensmitteln, dem nahezu alle Putenhalter in Deutschland angehören.

Das Gesundheitskontrollprogramm dokumentiert das Tierwohl in den Putenställen

In den „Bundeseinheitlichen Eckwerten für eine freiwillige Vereinbarung zur Haltung von Mastputen“, die das offizielle Regelwerk für die Putenhaltung in Deutschland bilden, ist zudem ein Gesundheitskontrollprogramm vorgesehen. In diesem werden festgelegte Parameter zum Tierwohl kontrolliert und festgehalten – wie zum Beispiel der Zustand der empfindlichen Fußballen der Puten. Die Daten des Kontrollprogramms werden später ausgewertet und den Haltern zur Verfügung gestellt. So bekommen diese mitgeteilt, wie gesund und gut ihre Tiere im Vergleich zu den Tieren anderer Putenhalter aufgewachsen sind – eine wichtige Rückmeldung für die eigene Arbeit, aus der sie direktes Verbesserungspotenzial für das Wohl ihrer Tiere ableiten und umsetzen können. Die Büroarbeit nimmt zwar jeden Tag etwa zwei Stunden in Anspruch, doch die Putenhalter profitieren von diesem Mehraufwand, indem sie genau sehen, welche Bereiche in ihrer Haltung gut verlaufen und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Beteiligen sich Putenhalter nicht am Gesundheitskontrollprogramm, dürfen sie übrigens nur eine geringere Anzahl an Tieren in den Ställen halten.





Fußbecken

Hygiene ist von höchster Bedeutung                       

Hygiene spielt eine sehr große Rolle in der Geflügelhaltung. So gibt es für Erik zwei wichtige Schritte zu beachten, damit von außen keine Keime in den Stall gelangen und die Tiere nicht krank werden. Zunächst taucht er seine Schuhe vor Betreten des Gebäudes in ein Wasserbad. Anschließend betritt er über eine sogenannte Hygienematte den Vorraum des Stalls. Hier zieht er spezielle Stiefel an, mit denen er später den geschützten Bereich des Stalls nicht verlassen darf. Über seiner normalen Kleidung trägt er einen speziellen Overall. Auf diese Weise gelangen keine Keime über die Schuhe in den Stall oder aus ihm hinaus.

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Kükenring

Wie sieht der Stall aus, wenn die frisch geschlüpften Küken kommen?

Zu Beginn der Aufzucht, wenn die Küken eingestallt werden, ist der Stall noch viel zu groß für die kleinen Tiere. Daher werden sogenannte Kükenringe eingezogen, die den Platz für die Puten zunächst so begrenzen, dass circa neun bis zehn Küken pro Quadratmeter in einem Kükenring zusammen sind.

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Denn Putenküken brauchen vor allem die Wärme und Nähe ihrer Artgenossen. Ohne die Kükenringe würden sich die Tiere im weitläufigen Stall verlieren. In der Anfangsphase der Aufzucht ist es zudem besonders wichtig, die Kükenringe gut auszuleuchten, damit die Puten sich optisch orientieren können und die Futter- und Tränkeeinrichtungen finden. So wird die Grundlage für eine gute Aufzucht der Tiere bereits in den ersten Tagen nach dem Einstallen gelegt.

Junge Tiere

Sind das Putenhennen oder Putenhähne – was glauben Sie?

Als Küken wurden die männlichen und weiblichen Tiere zunächst gemeinsam eingestallt und die ersten vier Wochen im gleichen Stall aufgezogen. Nach vier Wochen sind die Putenhennen in einen anderen Stall umgestallt worden, da sie ein anderes Wachstumstempo haben als ihre männlichen Artgenossen. In diesem Stall sind nun fünf Wochen alte Putenhähne untergebracht.

Puten sind sehr neugierige Tiere

Die Putenhähne sind sehr lebhaft. Sie bewegen sich aktiv über die gesamte Stallfläche und beschäftigen sich mit Picksteinen sowie anderen Beschäftigungsmaterialien. Auch sind Puten sehr neugierige Tiere. Wenn Erik in den Stall kommt, ist er sofort von den Tieren umgeben, die ihm auf seinem Weg durch den Stall sogar folgen.

Wie viele Tiere dürfen im Stall gehalten werden?

Die Anzahl der Tiere im Stall richtet sich nach ihrem Gewicht und wird über die sogenannte Besatzdichte angegeben. In der Putenhaltung beträgt die maximal zulässige Besatzdichte 45 Kilogramm pro Quadratmeter für Putenhennen und 50 Kilogramm pro Quadratmeter für Putenhähne. Wenn die Putenhalter am Gesundheitskontrollprogramm mit klar definierten Parametern zum Tierwohl teilnehmen, gilt eine maximale Besatzdichte von 52 Kilogramm beziehungsweise 58 pro Quadratmeter. Hier im Stall ist dieser Wert zurzeit natürlich viel geringer, denn die maximale Besatzdichte wird erst zum Ende der Aufzucht erreicht.

Die Schnabelspitzen der Tiere sind gekürzt – eine Maßnahme zum vorbeugenden Tierschutz

Noch am Tag des Schlüpfens werden den Küken in der Brüterei schonend die Schnabelspitzen gekürzt. Dies dient dazu, die Tiere vor späteren Verletzungen durch gegenseitiges Bepicken, das sogenannte „Federpicken“, zu schützen. Es ist somit eine Maßnahme zum vorbeugenden Tierschutz. In Deutschland wird hierzu ein spezielles Infrarotverfahren angewendet, das die schonendste Methode für die Tiere darstellt. Mit dem Infrarotstrahl wird die Spitze der Schnäbel kurz behandelt und fällt nach einiger Zeit von alleine ab. Offene Wunden oder Infektionen entstehen bei diesem Verfahren keine. Die Tiere hier im Stall haben bereits auf diese Weise gekürzte Schnäbel.





Futter

Was verbirgt sich wohl hinter „P2“?              

Über Futterbahnen wird das Futter für die Tiere von den Außensilos auf die zahlreichen Futterschüsseln verteilt. Es gibt dabei fünf verschiedene Futterarten, die je nach Alter der Tiere nacheinander verfüttert werden: P1, P2, P3, P4 und P5. Das „P“ steht dabei – genau – für Pute. Die Nummerierung gibt Aufschluss darüber, in welcher Wachstumsphase sich die Tiere befinden.

So unterscheiden sich die verschiedenen Futterarten

Die fünf Wochen alten Puten bekommen zurzeit noch P2-Futter, ab der kommenden Woche wird ihre Futterversorgung auf P3 umgestellt. Ab diesem Zeitpunkt wird dann Weizen von den Feldern des landwirtschaftlichen Betriebs der Helmeckes beigemischt. Das P2-Futter ist auch noch feiner als das grobkörnigere P3-Futter. Die Größe der Futter-Pellets wächst sozusagen mit dem Alter der Tiere, sodass die Puten das Futter jederzeit gut aufnehmen können.





Stallstrukturierung

Was glauben Sie, welche Tiere „oben sitzen“ dürfen?

Um den Stall für die Tiere abwechslungsreicher zu gestalten, haben Helmeckes hier spezielle Sitz- und Unterschlupfmöglichkeiten geschaffen. Solche Elemente zur Strukturierung der Ställe werden auch in den „Bundeseinheitlichen Eckwerten“ zur Putenhaltung empfohlen. Die Eckwerte bilden das Regelwerk für die Putenhaltung, das die Geflügelwirtschaft gemeinsam mit der Politik, der Wissenschaft und dem Tierschutz entwickelt hat. In diesem Stall sind zur Strukturierung Tische und große Strohballen integriert, auf denen die Puten sitzen können. Wer oben sitzen darf? Die ranghöchsten Tiere der Herde. Die niedrigrangigen Tiere hingegen suchen oft Unterschlupf unter den Tischen. Die Signalisierung des Rangs über ein erhöhtes Sitzen entspricht dem natürlichen Verhalten der Puten. Somit bieten die Tische und Strohballen den Tieren die Möglichkeit, ihren Rang innerhalb der Herde auszudrücken. Bei den Putenhähnen bildet sich dieses Verhalten um die dritte Lebenswoche aus.

Tränken

Kleine Tränken für kleine Tiere, große Tränken für große Tiere

Über die Tränken steht den Tieren zur jeder Tages- und Nachtzeit frisches Tränkwasser zur Verfügung. Für die fünf Wochen alten Tiere in diesem Stall sind die Tränken kleiner als die Tränken ihrer älteren Artgenossen, damit sie sie besser erreichen können. Im Inneren der Tränke befindet sich zusätzlich ein befüllter Tank, der verhindert, dass die Tränke durch das Anstoßen der Tiere ins Pendeln gerät und Wasser verschüttet wird.

An besonders heißen Tagen brauchen Puten übrigens zwei- bis viermal so viel Wasser wie unter normalen Bedingungen. Im Sommer geben manche Halter ihren Puten zudem gekühltes Trinkwasser, um die Tiere bei der Regulierung ihrer Körpertemperatur zu unterstützen.





Veterinär

Der Tierarzt ist der wichtigste Ansprechpartner für den Putenhalter

Jede Putenherde, die in Deutschland gehalten wird, wird neben dem Halter auch durch einen Veterinär betreut, den sogenannten Bestandsveterinär. Der Bestandsveterinär begleitet die gesamte Aufzucht einer Herde vom Einstallen bis zum Ausstallen. Einmal in der Woche kommt der Veterinär auf den Putenhof, um sich ein Bild von den Tieren zu machen. Dabei bespricht der Halter mit dem Bestandsveterinär jedoch nicht nur die Gesundheit der Tiere, sondern auch viele Aspekte des Stallmanagements, die das Wohl der Tiere beeinflussen, wie etwa die jeweils passende Lüftung und die Regulierung des Stallklimas.

Der Bestandsveterinär ist nicht nur dafür da, kranke Tiere zu behandeln

Diese Zusammenarbeit zwischen Halter und Veterinär ist sehr wichtig und stellt die optimale Betreuung der Puten sicher – und das von Anfang an. So ist der Veterinär nicht nur zugegen, wenn Tiere krank sind, sondern erarbeitet beispielsweise mit dem Halter gemeinsam zu Beginn der Aufzucht einen Impfplan. Die Tiere bei Erik werden nicht nur, wie gesetzlich vorgeschrieben, gegen die Newcastle Disease geimpft. Zusätzlich impft der Veterinär auch gegen weitere infektiöse Krankheiten. Das ist zwar nicht vorgeschrieben, es ist Eriks Vater aber wichtig, dass die Tiere optimal geschützt sind, wie er erzählt.

Antibiotika – nur wenn das Tier krank ist, niemals vorbeugend

Sollten die Tiere jedoch krank werden, dann ist es die Aufgabe des Veterinärs, eine Diagnose zu stellen und die Puten zu behandeln. Hierfür entnimmt er Proben von erkrankten Tieren und erstellt ein sogenanntes Antibiogramm – ein Labortest, der ihm genau zeigt, welches Antibiotikum für die Behandlung das Richtige ist. Antibiotika sind dabei jedoch nur das letzte Mittel der Wahl und werden nur eingesetzt, wenn keine alternative Behandlung mehr geeignet ist, um die kranken Tiere zu kurieren. Zur kalten Jahreszeit geben viele Putenhalter ihren Tieren auch zusätzlich Vitamine und Mineralstoffe ins Futter, um das Immunsystem der Tiere zu stärken. So wird eine Antibiotikagabe oftmals gar nicht erst notwendig.





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Krankenbucht

Schutz, Beobachtung, Genesung

Die Krankenbucht dient dazu, Tiere, die krank sind oder sich verletzt haben, von der übrigen Herde zu trennen. Damit sollen sie zum einen vor der Neugierde der anderen Tiere geschützt werden, zum anderen können sie in der Krankenbucht besser beobachtet werden und so auch besser genesen.

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Die häufigste Ursache für die Unterbringung in der Krankenbucht ist, dass Tiere lahmen, von anderen Tieren verletzt worden sind oder nicht aus eigener Kraft fressen und trinken können. „Bei circa 2 bis 3 Prozent der Tiere wird diese Maßnahme irgendwann einmal notwendig. Davon werden bei uns aber 70 bis 80 Prozent wieder gesund und kommen dann auch zurück in die Herde – unser Ziel ist ganz klar die Genesung der Tiere“, erzählt Erik. Sollte das Tier jedoch nicht gesund werden können, bleibt als letzter Ausweg einzig die Nottötung, um ihm weiteres Leiden zu ersparen.

Fenster

Die meisten Putenställe sind in offener Bauweise erbaut

Tageslicht und frische Luft bekommen die Puten durch die Stallfenster. An der Außenseite befinden sich bewegliche Jalousien, um das Klima im Stall zu regulieren. Zusätzlich gibt es eine Belüftung von oben.

Für Puten ist das richtige Stallklima besonders wichtig

Diese natürliche Lüftung im Stall stellt sicher, dass die Tiere ständig mit Frischluft versorgt sind und die optimale Temperatur gehalten wird. Sie hilft außerdem dabei, den Staub im Stall zu reduzieren, der durch aufgewirbelte Einstreu entsteht. Durch die offene Bauweise der Ställe beeinflusst das Wetter draußen immer auch das Klima im Stall. Die Jalousien reduzieren Zugluft durch den Wind, damit die Tiere nicht krank werden. Bei großer Hitze wird stark gelüftet, bei Kälte werden die Jalousien stärker geschlossen, um die Wärme im Stall zu halten. Auf dieser Seite des Stalls steht der Wind zurzeit günstig. Das derzeitige Außenklima ermöglicht optimale Bedingungen für die Tiere im Stall. Deshalb hat Erik die Jalousien heute weit geöffnet.

Während für die jungen Tiere die Temperatur im Stall recht hoch sein musste, entwickeln die ausgewachsenen Puten nun genug eigene Wärme, sodass die optimale Stalltemperatur für die hier 15 Wochen alten Tiere bei rund 18 Grad Celsius liegt. Die Luftfeuchtigkeit sollte optimalerweise zwischen 60 und 79 Prozent liegen.

Halter im Stall

Der Rundgang durch den Stall gehört zu den täglichen Aufgaben

Die Kontrollgänge durch die Herde, welche mindestens zweimal am Tag getätigt werden müssen, ist die wichtigste Aufgabe der Geflügelhalter. Nur wenn der Halter persönlich durch den Stall geht und die Herde begutachtet, kann er einen unmittelbaren Eindruck über den Zustand der Herde gewinnen. Für die Sicherung des Tierwohls ist das unabdingbar.

Der Halter kontrolliert täglich den Zustand der Herde und der Stalleinrichtungen

Schon heute übernimmt Junglandwirt Erik oft die täglichen Rundgänge durch die Putenställe. Jeden Tag muss der Halter mindestens zweimal nach den Tieren sehen – so ist es in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung vorgeschrieben. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Zustand der Tiere. Wie verhält sich die Herde generell? Sind einzelne Tiere zu sehen, die sich weniger bewegen? Gibt es vielleicht Verluste im Bestand oder sind Tiere krank? Daneben gilt es zu prüfen, ob auch die Stalltechnik richtig funktioniert: Stimmt die Luftqualität oder muss in der Belüftung nachjustiert werden? Ist die Einstreu noch trocken genug oder muss nachgestreut werden? Die Rundgänge vermitteln dem Halter ein Bild über das Wohlergehen der Herde und die Funktionstüchtigkeit der Stalleinrichtungen.

Auf das richtige Gefühl für den Zustand der Herde kommt es an

Viele Dinge kann Erik einfach auf den technischen Steuerungsgeräten ablesen, zum Beispiel die Temperatur im Stall. Doch ist diese für die Tiere gerade zu hoch oder zu gering? Fühlen sich die Tiere wohl im Stall? Das weiß der Halter nur, wenn er über Erfahrung im Umgang mit den Tieren verfügt. „Man muss ein Gefühl dafür entwickeln, wie es der Herde geht. Das lernt man sicher nicht von heute auf morgen, aber daher werden wir ja gut ausgebildet“, erzählt Erik. So sieht er beispielsweise am Verhalten der Tiere, ob die Temperatur im Stall angenehm ist oder nicht. Ist es zu kühl, dann rotten sich die Tiere zusammen, um sich zu wärmen. Ist es hingegen zu warm, bewegen sich die Puten wenig und meiden instinktiv den Körperkontakt.





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Krankenbucht

Schutz, Beobachtung, Genesung

Die Krankenbucht dient dazu, Tiere, die krank sind oder sich verletzt haben, von der übrigen Herde zu trennen. Damit sollen sie zum einen vor der Neugierde der anderen Tiere geschützt werden, zum anderen können sie in der Krankenbucht besser beobachtet werden und so auch besser genesen.

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Die häufigste Ursache für die Unterbringung in der Krankenbucht ist, dass Tiere lahmen, von anderen Tieren verletzt worden sind oder nicht aus eigener Kraft fressen und trinken können. „Bei circa 2 bis 3 Prozent der Tiere wird diese Maßnahme irgendwann einmal notwendig. Davon werden bei uns aber 70 bis 80 Prozent wieder gesund und kommen dann auch zurück in die Herde – unser Ziel ist ganz klar die Genesung der Tiere“, erzählt Erik. Sollte das Tier jedoch nicht gesund werden können, bleibt als letzter Ausweg einzig die Nottötung, um ihm weiteres Leiden zu ersparen.

Ältere Tiere

Warum sehen die Puten so unterschiedlich aus?

Die Putenhähne bei Erik sind nun 15 Wochen alt und haben sich in der Zwischenzeit sehr gut entwickelt. Sie sind gewachsen, ihr Federkleid ist ausgeprägter und der charakteristische Stirnzapfen am Kopf ist deutlich zu sehen. Dass sich in einer Herde aber nicht alle Tiere gleich schnell entwickeln, zeigt das unterschiedliche Aussehen der Tiere. Denn einige der Putenhähne „plustern“ sich schon auf – ein Zeichen ihres Balzverhaltens, das circa eine Woche zuvor bei einem Teil der Tiere begonnen hat. Um die 14. Lebenswoche setzt eine Hormonumstellung bei Putenhähnen ein, durch die sie sich in Auftreten und Aussehen stärker als zuvor verändern. Wann genau diese Umstellung erfolgt, ist jedoch von Tier zu Tier unterschiedlich.





Beschäftigungsmaterialien

Womit spielen Puten?                                        

Die Puten bei Helmeckes haben verschiedene Gelegenheiten, sich zu beschäftigen und ihrem Spieltrieb nachzugehen. Picksteine, von der Wand hängende Bänder und sich drehende Heukörbe sind beliebte Beschäftigungsmaterialien und werden von den Tieren intensiv genutzt. Die „Bundeseinheitlichen Eckwerte“ zur Putenhaltung, die die Geflügelwirtschaft als Regelwerk gemeinsam mit der Politik, der Wissenschaft und dem Tierschutz entwickelt hat, sehen solche Beschäftigungsmaterialien fest vor. Puten sind nämlich agile und neugierige Tiere. Deshalb sind Beschäftigungsmaterialien in den Ställen besonders wichtig für sie. Bei der Auswahl der Gegenstände gilt es für den Halter herauszufinden, welche Materialien die Puten tatsächlich spannend finden: So kann es sein, dass bei einer Herde die Heukörbe besonders beliebt sind, eine andere Herde hingegen findet vielleicht einfache Alltagsgegenstände wie etwa Plastikbecher besonders interessant, die knistern und knacken, wenn die Puten sie bepicken.

Beschäftigungsmaterialien sind seit Oktober 2013 in jedem Putenstall in Deutschland zu finden

In den „Bundeseinheitlichen Eckwerten” zur Putenhaltung, die das bindende Regelwerk für jeden Putenhalter bilden, sind Beschäftigungsmaterialien für die Tiere fest vorgesehen. Die Verpflichtung, den Tieren diese Materialien zur Verfügung zu stellen, ist – mit einer Reihe weiterer Verbesserungen – ein zentraler Bestandteil der im Oktober 2013 eingeführten Neuerungen in den Eckwerten. Zwei Jahre lang hatte die Geflügelwirtschaft zuvor mit Politik, Wissenschaft und Tierschutz an der Novellierung des Regelwerks gearbeitet. Im Fokus standen insbesondere Aspekte, die das Tierwohl betreffen – für die erkundungsfreudigen und neugierigen Puten sind die nun vorgeschriebenen Beschäftigungsmaterialien das beste Beispiel.





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Ausstallen

So funktioniert das Ausstallen ohne Stress für die Tiere

Nach 21 Wochen haben die Putenhähne in diesem Stall ihr Schlachtgewicht von circa 20 Kilogramm erreicht und sind bereit für das Ausstallen. Hier im Stall werden die Tiere nicht mehr „von Hand“ ausgestallt, sondern schonend über ein sogenanntes Ausstallband.

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Durch das Ausstallband wird unnötiger Stress für die Tiere verhindert

Beim Ausstallen wird ein Förderband in den Stall gebracht, das direkt in die Transportkisten im Transporter führt. Der Vorteil: Die Mitarbeiter, deren Gruppenleiter übrigens über einen tierschutzorientierten Sachkundenachweis verfügen muss, müssen die Puten nicht mehr von Hand greifen und in die Transportkisten verladen. So verursacht das Ausstallen weniger Aufregung bei den Tieren.

Ausgestallt wird immer nachts, weil die Tiere dann entspannter sind

Das Ausstallen aller Tiere in diesem Stall dauert circa 6 Stunden. Die beste Zeit dafür ist nachts, wie Erik erklärt: „Bei Dunkelheit sind die Tiere entspannter als tagsüber. Und im Sommer ist es nachts ja auch deutlich kühler, was das Ausstallen für die Tiere ebenfalls deutlich angenehmer macht.“

Einstreu

Warum ist trockene Einstreu so wichtig für das Tierwohl?

Der Stall der älteren Tiere ist mit Stroh eingestreut, das von den eigenen Feldern des landwirtschaftlichen Betriebs der Helmeckes stammt. Wichtig ist bei der Einstreu, dass sie trocken und locker ist. Denn nur auf trockener Einstreu können sich die Tiere komfortabel bewegen und ihre Fußballen bleiben gesund. Insbesondere die Gesundheit der Fußballen ist ein wichtiger Indikator für das Tierwohl, da diese bei den Puten besonders empfindlich sind. Putenhalter erhalten übrigens heute oftmals eine Sonderprämie von den Vermarktern, wenn die Fußballen der Tiere am Ende der Aufzucht in besonders gutem Zustand sind – wirtschaftlicher Erfolg und Tierwohl schließen sich also nicht aus, sondern bedingen sich sogar gegenseitig.

Die Einstreu soll den Puten einen warmen und lockeren Untergrund bieten, auf dem sie picken und scharren können, und muss daher insbesondere Feuchtigkeit gut binden können. Der Halter muss somit darauf achten, dass die Einstreu stets trocken ist.

Nachstreuen

Was macht der Trecker im Stall?                   

Um den Boden, auf dem die Puten sich bewegen, aufzufrischen und aufzulockern, können Halter die Einstreu im Stall entweder fräsen, also die Einstreu umwälzen, um frisches Einstreumaterial an die Oberfläche zu holen, oder sie können nachstreuen. „Wir streuen generell lieber nach“, erzählt Erik, „es hat sich gezeigt, dass dreimal wöchentliches Nachstreuen zur besten Bodenqualität für die Puten führt – auch wenn das vielleicht mehr Arbeit macht als das Fräsen.“

Nachgestreut wird mit einem speziellen Trecker mit Strohhäcksler

Um nachzustreuen, öffnet Erik die großen Tore des Stalls. Dann fährt ein Mitarbeiter mit einem Trecker, der einen Strohhäcksler hinter sich herzieht, vorsichtig in den Stall hinein. Erik läuft langsam vor dem Trecker her, um die Tiere behutsam vor sich herzutreiben. Der Strohhäcksler verteilt dahinter frisches Einstreumaterial im Stall. Durch das Nachstreuen erhalten die Puten einen frischen und trockenen Untergrund. In Zeiten, in denen das Wetter besonders feucht ist oder wenn Tiere krank sind, wird teilweise sogar jeden Tag nachgestreut.





Wintergarten

Immer mehr Putenställe haben Wintergärten

Wintergärten, also ganzjährig begehbare Außenbereiche, sind für Putenställe in Deutschland zwar nicht vorgeschrieben, werden aber immer häufiger bei neuen Ställen mitgebaut. „Man sieht, dass der Auslauf den Tieren gut tut“, sagt Erik. Der Wintergarten trägt viel zum Tierwohl bei. Die Erfahrung im Stall der Helmeckes zeigt auch, dass alle Tiere den Wintergarten irgendwann einmal nutzen. Puten sind sehr mobile Tiere, da bleibt keine Ecke des Stalls unerkundet.

Wasserkühlanlage

Wann kommt die Wasserkühlung zum Einsatz?

An heißen und schwülen Tagen muss der Stall zusätzlich gekühlt werden, um die Tiere bei der Regulierung ihrer Körpertemperatur zu unterstützen. Besonders Putenhähnen machen sehr hohe Temperaturen zu schaffen, weswegen in diesen Fällen die Wasserkühlanlage eingesetzt wird. Durch die Anlage wird kühles Wasser von oben in den Stall gesprüht – eine echte Wohltat für die Tiere. Denn das Wasser kühlt den Stall ab und verbessert die Luftqualität, da aufgewirbelte Einstreu zurück auf den Boden gelangt. Die Wasserkühlanlage wird dabei oft im Zusammenspiel mit der Lüftung verwendet. Dabei muss ein Gleichgewicht gefunden werden zwischen Befeuchtung und Lüftung, damit die Luft durch das Wasser nicht zu sehr vernebelt.

Dass die Einstreu durch die Wasserkühlanlage feucht wird, ist jedoch nicht zu befürchten. Es wird nur so viel Wasser in den Stall gesprüht, wie über die Lüftung wieder nach außen transportiert werden kann. „Wenn der Boden nass wird, dann hat der Halter etwas falsch gemacht“, erzählt Erik.

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Ausstallen

So funktioniert das Ausstallen ohne Stress für die Tiere

Nach 21 Wochen haben die Putenhähne in diesem Stall ihr Schlachtgewicht von circa 20 Kilogramm erreicht und sind bereit für das Ausstallen. Hier im Stall werden die Tiere nicht mehr „von Hand“ ausgestallt, sondern schonend über ein sogenanntes Ausstallband.

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Durch das Ausstallband wird unnötiger Stress für die Tiere verhindert

Beim Ausstallen wird ein Förderband in den Stall gebracht, das direkt in die Transportkisten im Transporter führt. Der Vorteil: Die Mitarbeiter, deren Gruppenleiter übrigens über einen tierschutzorientierten Sachkundenachweis verfügen muss, müssen die Puten nicht mehr von Hand greifen und in die Transportkisten verladen. So verursacht das Ausstallen weniger Aufregung bei den Tieren.

Ausgestallt wird immer nachts, weil die Tiere dann entspannter sind

Das Ausstallen aller Tiere in diesem Stall dauert circa 6 Stunden. Die beste Zeit dafür ist nachts, wie Erik erklärt: „Bei Dunkelheit sind die Tiere entspannter als tagsüber. Und im Sommer ist es nachts ja auch deutlich kühler, was das Ausstallen für die Tiere ebenfalls deutlich angenehmer macht.“

Herzlichen Dank ...

... für Ihr Interesse an unserem Putenstall. Sind Sie neugierig geworden, wie es im Vergleich in einem Hähnchenstall aussieht? Dann schauen Sie doch mal bei meinem Kollegen Malte Eickhoff vorbei: Hähnchenstallrundgang.


Viele Grüße

Erik Helmecke

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