Geflügel macht Schule:

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Lehrmaterialien
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Stallrundgang
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Hier finden Sie in Kürze die interaktiven Rundgänge durch die Ställe von Hähnchen und Pute.
Halterporträts
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Lernen Sie die Menschen kennen, die hinter der Geflügelhaltung stehen und was es bedeutet, ein Geflügelhaltender zu sein.

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Lernen Sie die Menschen hinter der Geflügelhaltung kennen.

Ramona Harkers

„Die Tiere aufwachsen zu sehen und ein Gespür für ihr Wohlbefinden zu entwickeln, motiviert mich sehr.“

<p>Die ausgebildete Landwirtin und staatlich geprüfte Betriebswirtin Ramona Harkers ist Geflügelhalterin. Sie lebt mit ihren Eltern und Großeltern auf einem Hof im Emsland. Dort kümmert sie sich in drei Ställen um insgesamt 98.000 Hähnchen.</p>

Die ausgebildete Landwirtin und staatlich geprüfte Betriebswirtin Ramona Harkers ist Geflügelhalterin. Sie lebt mit ihren Eltern und Großeltern auf einem Hof im Emsland. Dort kümmert sie sich in drei Ställen um insgesamt 98.000 Hähnchen.

<p>Nach einem kurzen Frühstück geht Ramona Harkers am Morgen als erstes in den Stall zu ihren Hähnchen. Bei diesem ersten von mindestens zwei täglichen Rundgängen schaut sie, ob es den Tieren gut geht, das Klima im Stall für die Tiere angenehm ist und ob die Technik ordentlich arbeitet.</p>

Nach einem kurzen Frühstück geht Ramona Harkers am Morgen als erstes in den Stall zu ihren Hähnchen. Bei diesem ersten von mindestens zwei täglichen Rundgängen schaut sie, ob es den Tieren gut geht, das Klima im Stall für die Tiere angenehm ist und ob die Technik ordentlich arbeitet.

<p>Bei den Stallrungängen überprüft Ramona Harkers aber auch, ob die Tränken und Futterbahnen funktionieren und die Tiere ausreichend versorgt sind. Wenn nötig repariert Ramona Harkers auch eine defekte Tränke oder säubert sie.</p>

Bei den Stallrungängen überprüft Ramona Harkers aber auch, ob die Tränken und Futterbahnen funktionieren und die Tiere ausreichend versorgt sind. Wenn nötig repariert Ramona Harkers auch eine defekte Tränke oder säubert sie.

<p>Die Hähnchen müssen sich nicht nur immer frei im Stall bewegen können, sie haben auch stets Zugang zu Futter und zu frischem Wasser. Ramona Harkers erkennt durch ihre Sachkunde und Erfahrung im Umgang mit den Tieren oft bereits wenn sie die Stalltür öffnet wie es ihren Tieren geht. „Die Tiere aufwachsen zu sehen, ein Gespür für ihr Wohlbefinden zu entwickeln und eine starke und gesunde Herde aufzuziehen – das motiviert mich sehr und macht mich nach einer guten Aufzucht auch stolz“, beschreibt Ramona Harkers die Faszination für ihre Arbeit.</p>

Die Hähnchen müssen sich nicht nur immer frei im Stall bewegen können, sie haben auch stets Zugang zu Futter und zu frischem Wasser. Ramona Harkers erkennt durch ihre Sachkunde und Erfahrung im Umgang mit den Tieren oft bereits wenn sie die Stalltür öffnet wie es ihren Tieren geht. „Die Tiere aufwachsen zu sehen, ein Gespür für ihr Wohlbefinden zu entwickeln und eine starke und gesunde Herde aufzuziehen – das motiviert mich sehr und macht mich nach einer guten Aufzucht auch stolz“, beschreibt Ramona Harkers die Faszination für ihre Arbeit.

<p>Im Kontrollraum, der dem Stall vorgelagert ist, steht der Stallcomputer. Er sorgen dafür, dass die Tiere ihr Futter bekommen und dass Temperatur sowie Lüftung und Licht immer optimal für die Hähnchen eingestellt sind. Bei einer Abweichung muss Ramona Harkers selbst eingreifen und zum Beispiel bei einem plötzlichen Wetterumschwung die Temperatur entsprechend im Stall händisch regulieren. Interessant zu wissen: In einem solchen Fall werden Ramona Harkers und auch ihre Eltern sofort über einen Alarm auf dem Handy über die Abweichung informiert.</p>

Im Kontrollraum, der dem Stall vorgelagert ist, steht der Stallcomputer. Er sorgen dafür, dass die Tiere ihr Futter bekommen und dass Temperatur sowie Lüftung und Licht immer optimal für die Hähnchen eingestellt sind. Bei einer Abweichung muss Ramona Harkers selbst eingreifen und zum Beispiel bei einem plötzlichen Wetterumschwung die Temperatur entsprechend im Stall händisch regulieren. Interessant zu wissen: In einem solchen Fall werden Ramona Harkers und auch ihre Eltern sofort über einen Alarm auf dem Handy über die Abweichung informiert.

<p>Ramona Harkers überprüft bei ihren täglichen Stallrundgängen auch immer die Einstreu. Sie lockert diese auf und streut im Bedarfsfall per Hand nach. Die Einstreu ist nicht nur wichtig, damit die Tiere ihren natürlichen Verhaltensweisen wie Picken, Scharren und Staubbaden nachgehen können, sondern Grundlage der Tiergesundheit. Denn die richtige Einstreu nimmt die Ausscheidungen der Tiere auf und hält damit die Fußballen der Tiere trocken und verhindert so Entzündungen.</p>

Ramona Harkers überprüft bei ihren täglichen Stallrundgängen auch immer die Einstreu. Sie lockert diese auf und streut im Bedarfsfall per Hand nach. Die Einstreu ist nicht nur wichtig, damit die Tiere ihren natürlichen Verhaltensweisen wie Picken, Scharren und Staubbaden nachgehen können, sondern Grundlage der Tiergesundheit. Denn die richtige Einstreu nimmt die Ausscheidungen der Tiere auf und hält damit die Fußballen der Tiere trocken und verhindert so Entzündungen.

<p>Nach jedem Rundgang schreibt Ramona Harkers alles auf, was im Stall passiert: Wie es den Tieren geht oder ob sie vielleicht krank sind, wie viel Wasser sie trinken oder wie warm es im Stall ist. All diese Informationen werden dann regelmäßig kontrolliert – von Bestandstierarzt, einem Amtsveterinär oder aber auch von speziellen Kontrolleuren des QS-Prüfsystems für Lebensmittel. So achten immer mehrere Personen ganz genau darauf, ob sich richtig um die Tiere gekümmert wird.</p>

Nach jedem Rundgang schreibt Ramona Harkers alles auf, was im Stall passiert: Wie es den Tieren geht oder ob sie vielleicht krank sind, wie viel Wasser sie trinken oder wie warm es im Stall ist. All diese Informationen werden dann regelmäßig kontrolliert – von Bestandstierarzt, einem Amtsveterinär oder aber auch von speziellen Kontrolleuren des QS-Prüfsystems für Lebensmittel. So achten immer mehrere Personen ganz genau darauf, ob sich richtig um die Tiere gekümmert wird.

<p>Ramona Harkers erledigt aber auch anfallende Arbeiten auf dem Hof oder im Büro. Denn als Leiterin eines landwirtschaftlichen Betriebs muss sie mit Lieferanten verhandeln, sich mit Vermarktern austauschen und natürlich das Personal auf ihrem Hof koordinieren. Und sie hilft auch beim Bestellen der 45 Hektar Ackerland, das ihrer Familie gehört.</p>

Ramona Harkers erledigt aber auch anfallende Arbeiten auf dem Hof oder im Büro. Denn als Leiterin eines landwirtschaftlichen Betriebs muss sie mit Lieferanten verhandeln, sich mit Vermarktern austauschen und natürlich das Personal auf ihrem Hof koordinieren. Und sie hilft auch beim Bestellen der 45 Hektar Ackerland, das ihrer Familie gehört.

<p>Mittags isst Ramona Harkers meistens mit ihren Eltern und mit ihren Großeltern. Sie sind und waren selbst Landwirte. Für Ramona Harkers war früh klar, dass sie in diese Fußstapfen tritt und eines Tages den Familienbetrieb übernimmt. Dabei hat sich die Arbeit sehr verändert, seit ihre Großeltern auf dem Hof gearbeitet haben. „Früher hatten die Menschen eine ganz andere Bindung zum Land und zum Tier“, stellt Ramona Harkers fest. „Damals war ein kleiner Hof mit ein bisschen Ackerbau und ein paar Kühen ganz normal. Heute wäre das überhaupt nicht mehr wirtschaftlich.“</p>

Mittags isst Ramona Harkers meistens mit ihren Eltern und mit ihren Großeltern. Sie sind und waren selbst Landwirte. Für Ramona Harkers war früh klar, dass sie in diese Fußstapfen tritt und eines Tages den Familienbetrieb übernimmt. Dabei hat sich die Arbeit sehr verändert, seit ihre Großeltern auf dem Hof gearbeitet haben. „Früher hatten die Menschen eine ganz andere Bindung zum Land und zum Tier“, stellt Ramona Harkers fest. „Damals war ein kleiner Hof mit ein bisschen Ackerbau und ein paar Kühen ganz normal. Heute wäre das überhaupt nicht mehr wirtschaftlich.“

<p>In der „Männerwelt“ der Nutztierhaltung behauptet sich Ramona Harkers dabei gekonnt. Wenn Kollegen oder Zulieferer nach dem Chef verlangen, verblüfft sie gerne mit einem lockeren Spruch: „Die Chefin steht schon vor Ihnen“.</p>

In der „Männerwelt“ der Nutztierhaltung behauptet sich Ramona Harkers dabei gekonnt. Wenn Kollegen oder Zulieferer nach dem Chef verlangen, verblüfft sie gerne mit einem lockeren Spruch: „Die Chefin steht schon vor Ihnen“.

<p>Natürlich wird auch Ramona Harkers mit Kritik aus dem eigenen Umfeld oder von skeptischen Nachbarn konfrontiert. Diesen begegnet sie mit Ehrlichkeit und offenen Stalltüren. Und damit hat sie bisher noch jeden überzeugt. Als die Eltern ihren Hof um den ersten Hähnchenstall erweiterten und Ramona Harkers mit Vorurteilen und Kommentaren ihrer damaligen Klassenkameraden konfrontiert war, lud sie die Mitschüler kurzerhand in den Stall ein – und erntete Begeisterung!</p>

Natürlich wird auch Ramona Harkers mit Kritik aus dem eigenen Umfeld oder von skeptischen Nachbarn konfrontiert. Diesen begegnet sie mit Ehrlichkeit und offenen Stalltüren. Und damit hat sie bisher noch jeden überzeugt. Als die Eltern ihren Hof um den ersten Hähnchenstall erweiterten und Ramona Harkers mit Vorurteilen und Kommentaren ihrer damaligen Klassenkameraden konfrontiert war, lud sie die Mitschüler kurzerhand in den Stall ein – und erntete Begeisterung!

Hubert-Markus Brauweiler

„Die Puten sind die Grundlage meines Lebens. Ich beginne jeden Tag mit ihnen.“

<p>Schon seitdem er denken kann, lebt Hubert-Markus Brauweiler mit Puten. Er ist auf einem Bauernhof, in einem landwirtschaftlichen Betrieb groß geworden. Der Hof gehörte bereits seinen Großeltern und dann seinen Eltern. Heute ist er gemeinsam mit seinen Eltern für 21.000 Puten in drei Ställen verantwortlich. Neben den Puten gehören auch 100 Hektar Ackerland zum landwirtschaftlichen Betrieb der Brauweilers. Auf diesem Land werden Raps, Zuckerrüben, Erbsen und auch Weizen angebaut. Der Weizen wird dabei komplett an die Puten verfüttert.</p>
<p>Schon in seiner Kindheit hat Hubert-Markus Brauweiler mitbekommen, was es bedeutet, einen Hof zu führen. Und nachdem er die Berufsbilder Astronaut und Feuerwehrmann gedanklich hinter sich gelassen hatte, war für ihn klar: Er möchte die Arbeit seiner Eltern weiterführen. Und: Er hat den Anspruch an sich und seine Arbeit, immer besser zu werden. So hat er nach dem Abschluss der Realschule ein Wirtschaftsgymnasium besucht, um im Anschluss Landwirtschaft studieren zu können. Das Studium ist ein Weg, der in die Putenhaltung führt und der das nötige Wissen vermittelt, um Geflügel aufziehen zu dürfen.</p>

Schon seitdem er denken kann, lebt Hubert-Markus Brauweiler mit Puten. Er ist auf einem Bauernhof, in einem landwirtschaftlichen Betrieb groß geworden. Der Hof gehörte bereits seinen Großeltern und dann seinen Eltern. Heute ist er gemeinsam mit seinen Eltern für 21.000 Puten in drei Ställen verantwortlich. Neben den Puten gehören auch 100 Hektar Ackerland zum landwirtschaftlichen Betrieb der Brauweilers. Auf diesem Land werden Raps, Zuckerrüben, Erbsen und auch Weizen angebaut. Der Weizen wird dabei komplett an die Puten verfüttert.

Schon in seiner Kindheit hat Hubert-Markus Brauweiler mitbekommen, was es bedeutet, einen Hof zu führen. Und nachdem er die Berufsbilder Astronaut und Feuerwehrmann gedanklich hinter sich gelassen hatte, war für ihn klar: Er möchte die Arbeit seiner Eltern weiterführen. Und: Er hat den Anspruch an sich und seine Arbeit, immer besser zu werden. So hat er nach dem Abschluss der Realschule ein Wirtschaftsgymnasium besucht, um im Anschluss Landwirtschaft studieren zu können. Das Studium ist ein Weg, der in die Putenhaltung führt und der das nötige Wissen vermittelt, um Geflügel aufziehen zu dürfen.

<p>Die Puten stehen im Mittelpunkt von Hubert-Markus Brauweilers Arbeit: „Sie sind die Grundlage meines Lebens. Ich beginne jeden Tag mit ihnen“, betont er. Noch vor dem Frühstück gehen er und sein Vater in die drei Ställe und machen ihren ersten Kontrollgang. Sie überprüfen das Wohlergehen der Tiere, lockern die Einstreu auf oder säubern die Tränken und versorgen sich erst im Anschluss danach selbst – mit einem Frühstück. Dann werden je nach Jahreszeit die Äcker bestellt oder es wird geerntet. Und natürlich muss sich Hubert-Markus Brauweiler auch in seinem Büro um buchhalterische Angelegenheiten kümmern. Er führt schließlich einen landwirtschaftlichen Betrieb. Später geht er dann noch einmal in die Ställe, um kurz vor Feierabend sicherzugehen, dass seine Puten alles haben, was sie brauchen.</p>

Die Puten stehen im Mittelpunkt von Hubert-Markus Brauweilers Arbeit: „Sie sind die Grundlage meines Lebens. Ich beginne jeden Tag mit ihnen“, betont er. Noch vor dem Frühstück gehen er und sein Vater in die drei Ställe und machen ihren ersten Kontrollgang. Sie überprüfen das Wohlergehen der Tiere, lockern die Einstreu auf oder säubern die Tränken und versorgen sich erst im Anschluss danach selbst – mit einem Frühstück. Dann werden je nach Jahreszeit die Äcker bestellt oder es wird geerntet. Und natürlich muss sich Hubert-Markus Brauweiler auch in seinem Büro um buchhalterische Angelegenheiten kümmern. Er führt schließlich einen landwirtschaftlichen Betrieb. Später geht er dann noch einmal in die Ställe, um kurz vor Feierabend sicherzugehen, dass seine Puten alles haben, was sie brauchen.

<p>Und Puten brauchen so einiges. Sie stellen in der Haltung ganz besondere Anforderungen. So ist ihr Futter zum Beispiel in sechs verschiedene Phasen unterteilt. Die unterschiedlichen Phasen sind genau auf das Alter und die Ansprüche der Tiere abgestimmt. Hubert-Markus Brauweiler erzählt, dass die Tiere mit dem Älterwerden immer weniger Eiweiß und immer mehr Energie im Futter brauchen. Neben dem Futter sind zum Beispiel auch die sogenannten Strukturierungselemente im Stall besonders wichtig für Puten. Denn weil Puten sehr agil und sehr neugierig sind, hat Hubert-Markus Brauweiler in seine Ställe Strohballen gestellt, auf die sich die Tiere setzen können.</p>
<p>Außerdem hat er eine Empore gebaut – eine Art Holzgestell – die freisteht. „Die Puten“, erzählt der junge Geflügelhalter, „sitzen von Natur aus gern hoch. Und sie nutzen diese Strukturierungselemente, um ihre Rangordnung auszuleben.“ Denn während die ranghöheren Tiere auf der selbstgebauten Empore sitzen, halten sich die rangniederen darunter auf.</p>

Und Puten brauchen so einiges. Sie stellen in der Haltung ganz besondere Anforderungen. So ist ihr Futter zum Beispiel in sechs verschiedene Phasen unterteilt. Die unterschiedlichen Phasen sind genau auf das Alter und die Ansprüche der Tiere abgestimmt. Hubert-Markus Brauweiler erzählt, dass die Tiere mit dem Älterwerden immer weniger Eiweiß und immer mehr Energie im Futter brauchen. Neben dem Futter sind zum Beispiel auch die sogenannten Strukturierungselemente im Stall besonders wichtig für Puten. Denn weil Puten sehr agil und sehr neugierig sind, hat Hubert-Markus Brauweiler in seine Ställe Strohballen gestellt, auf die sich die Tiere setzen können.

Außerdem hat er eine Empore gebaut – eine Art Holzgestell – die freisteht. „Die Puten“, erzählt der junge Geflügelhalter, „sitzen von Natur aus gern hoch. Und sie nutzen diese Strukturierungselemente, um ihre Rangordnung auszuleben.“ Denn während die ranghöheren Tiere auf der selbstgebauten Empore sitzen, halten sich die rangniederen darunter auf.

<p>Außerdem mögen es Puten bunt und laut. Sie brauchen „veränderbares Beschäftigungsmaterial“. Diese Gegenstände, die von den Puten bepickt und dadurch verändert werden können, sind seit der Novellierung der „Bundeseinheitlichen Eckwerte“ im Jahr 2013 Pflicht in jedem Putenstall in Deutschland. Dazu gehören neben den genannten Strohballen auch Heuhaufen und Picksteine.<br />
Heute kann sich Hubert-Markus Brauweiler nicht vorstellen, etwas anderes zu machen. Er schätzt an dem Beruf des Putenhalters vor allem, dass kein Tag dem anderen gleicht. Denn auch wenn es eine gewisse Routine gibt, so stellen sich ihm doch täglich andere Aufgaben. Auch die Arbeit in und mit der Natur, die Tatsache, dass er mit seiner Familie arbeitet, und natürlich der Umgang mit den Puten machen für ihn seinen Beruf zu etwas ganz Besonderem.</p>

Außerdem mögen es Puten bunt und laut. Sie brauchen „veränderbares Beschäftigungsmaterial“. Diese Gegenstände, die von den Puten bepickt und dadurch verändert werden können, sind seit der Novellierung der „Bundeseinheitlichen Eckwerte“ im Jahr 2013 Pflicht in jedem Putenstall in Deutschland. Dazu gehören neben den genannten Strohballen auch Heuhaufen und Picksteine.
Heute kann sich Hubert-Markus Brauweiler nicht vorstellen, etwas anderes zu machen. Er schätzt an dem Beruf des Putenhalters vor allem, dass kein Tag dem anderen gleicht. Denn auch wenn es eine gewisse Routine gibt, so stellen sich ihm doch täglich andere Aufgaben. Auch die Arbeit in und mit der Natur, die Tatsache, dass er mit seiner Familie arbeitet, und natürlich der Umgang mit den Puten machen für ihn seinen Beruf zu etwas ganz Besonderem.

Diedrich Dammann

„Dafür zu sorgen, dass es den Hähnchen gut geht – das ist meine zentrale Aufgabe.“

<p>Der Hof, den Diedrich Dammann heute mit seiner Frau und seinem Sohn führt, ist bereits seit elf Generationen im Familienbesitz. Zum Hof gehören vier Ställe mit 140.000 Hähnchen und 120 Hektar Ackerland mit Zuckerrüben, Getreide und Mais.</p>
<p>Als Heranwachsender wollte ich eigentlich nicht in die Fußstapfen meiner Eltern treten. Allerdings mehr aus Protest, weil mein Umfeld das eben von mir so erwartet hat. Als es dann aber um die Berufswahl ging, habe ich mich doch für die Ausbildung zum Landwirt entschieden und diese Entscheidung nie bereut. Erst habe ich nur Schweine und Rinder gehalten, wie es schon meine Eltern vor mir getan haben. Als ich aber gesehen habe, wie beliebt Geflügelfleisch in Deutschland ist und dass es immer beliebter wird, habe ich mich von den Rindern und Schweinen verabschiedet und 2001 den ersten Hähnchenstall bei uns auf dem Hof in Betrieb genommen.</p>

Der Hof, den Diedrich Dammann heute mit seiner Frau und seinem Sohn führt, ist bereits seit elf Generationen im Familienbesitz. Zum Hof gehören vier Ställe mit 140.000 Hähnchen und 120 Hektar Ackerland mit Zuckerrüben, Getreide und Mais.

Als Heranwachsender wollte ich eigentlich nicht in die Fußstapfen meiner Eltern treten. Allerdings mehr aus Protest, weil mein Umfeld das eben von mir so erwartet hat. Als es dann aber um die Berufswahl ging, habe ich mich doch für die Ausbildung zum Landwirt entschieden und diese Entscheidung nie bereut. Erst habe ich nur Schweine und Rinder gehalten, wie es schon meine Eltern vor mir getan haben. Als ich aber gesehen habe, wie beliebt Geflügelfleisch in Deutschland ist und dass es immer beliebter wird, habe ich mich von den Rindern und Schweinen verabschiedet und 2001 den ersten Hähnchenstall bei uns auf dem Hof in Betrieb genommen.

<p>Ich habe Mitte der 70er zwei Jahre in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben gearbeitet, danach eine landwirtschaftliche Fachschule besucht und schließlich die Landwirtschaftsmeisterausbildung absolviert. Dabei habe ich vieles zur Aufzucht von Tieren, aber auch zur Pflanzenproduktion gelernt. Bei meinem Sohn, der heute Anfang 30 ist, sah die Ausbildung zum Landwirt schon etwas anders aus.</p>

Ich habe Mitte der 70er zwei Jahre in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben gearbeitet, danach eine landwirtschaftliche Fachschule besucht und schließlich die Landwirtschaftsmeisterausbildung absolviert. Dabei habe ich vieles zur Aufzucht von Tieren, aber auch zur Pflanzenproduktion gelernt. Bei meinem Sohn, der heute Anfang 30 ist, sah die Ausbildung zum Landwirt schon etwas anders aus.

<p>Mein Sohn hat die Ausbildung zum Landwirt in drei Jahren an zwei Lernorten – also in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben und der Berufsschule – absolviert. Über die verschiedenen landwirtschaftlichen Betriebe hat er Einblicke in unterschiedliche Facetten der Landwirtschaft und auch der Geflügelhaltung bekommen. Heute ist er gerade mitten in seiner Meisterausbildung. Neben fachpraktischen und fachtheoretischen Inhalten hat er hier auch einiges zu kaufmännisch-rechtlichen Inhalten gelernt. Das kommt unserem Betrieb natürlich zugute. Denn mein Sohn hat schon einige Teile unseres Betriebes übernommen.</p>

Mein Sohn hat die Ausbildung zum Landwirt in drei Jahren an zwei Lernorten – also in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben und der Berufsschule – absolviert. Über die verschiedenen landwirtschaftlichen Betriebe hat er Einblicke in unterschiedliche Facetten der Landwirtschaft und auch der Geflügelhaltung bekommen. Heute ist er gerade mitten in seiner Meisterausbildung. Neben fachpraktischen und fachtheoretischen Inhalten hat er hier auch einiges zu kaufmännisch-rechtlichen Inhalten gelernt. Das kommt unserem Betrieb natürlich zugute. Denn mein Sohn hat schon einige Teile unseres Betriebes übernommen.

<p>Man sollte bereit sein, mit der Natur und vor allem mit den Tieren zu arbeiten. Denn die Tiere zu beobachten, sich intensiv mit ihnen zu beschäftigen, um herauszufinden, wie es ihnen geht, gehört zu unserer zentralen Aufgabe und das jeden Tag – auch am Wochenende. Denn jeden Tag gehen wir mehrmals täglich in den Stall zu unseren Hähnchen. Mein Sohn und ich teilen uns dabei meistens auf, sodass sich jeder von uns zwei Ställe ansieht.</p>

Man sollte bereit sein, mit der Natur und vor allem mit den Tieren zu arbeiten. Denn die Tiere zu beobachten, sich intensiv mit ihnen zu beschäftigen, um herauszufinden, wie es ihnen geht, gehört zu unserer zentralen Aufgabe und das jeden Tag – auch am Wochenende. Denn jeden Tag gehen wir mehrmals täglich in den Stall zu unseren Hähnchen. Mein Sohn und ich teilen uns dabei meistens auf, sodass sich jeder von uns zwei Ställe ansieht.

<p>Mein Sohn und ich nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil. So bietet die örtliche Erzeugergemeinschaft drei- bis viermal im Jahr Veranstaltungen zu saisonal wichtigen Themen an. Bei denen ist immer ein Tierarzt dabei. Im Sommer wird zum Beispiel über Maßnahmen referiert, mit denen man dem Geflügel bei Hitze helfen kann, sich abzukühlen. Es werden die Dinge besprochen, die uns Haltern gerade unter den Nägeln brennen. Im Anschluss gibt es dann immer noch eine lebhafte Diskussion, an der sich alle beteiligen.</p>

Mein Sohn und ich nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil. So bietet die örtliche Erzeugergemeinschaft drei- bis viermal im Jahr Veranstaltungen zu saisonal wichtigen Themen an. Bei denen ist immer ein Tierarzt dabei. Im Sommer wird zum Beispiel über Maßnahmen referiert, mit denen man dem Geflügel bei Hitze helfen kann, sich abzukühlen. Es werden die Dinge besprochen, die uns Haltern gerade unter den Nägeln brennen. Im Anschluss gibt es dann immer noch eine lebhafte Diskussion, an der sich alle beteiligen.

<p>Ich stehe für einen offenen Austausch mit allen Teilen der Gesellschaft ein, auch und gerade mit Kritikern. Ein Beispiel: Als wir 2012 unseren dritten Hähnchenstall bauen wollten, formierte sich eine Bürgerinitiative gegen das Neubauvorhaben. Die haben wir im Januar 2013 zum Tag der offenen Tür zu uns eingeladen. Wir wollten ihnen zeigen, wie es tatsächlich in einem Geflügelstall aussieht. Ich weiß, dass ich der Kritik nur mit Transparenz begegnen kann. Und die Stallbesuche kamen auch gut an. Stallbesuche haben wir im Übrigen auch schon mit Kindergartengruppen und Schulklassen durchgeführt. Und die positive Resonanz motiviert uns dazu, mit den Stallrundgängen auch in Zukunft weiterzumachen.</p>

Ich stehe für einen offenen Austausch mit allen Teilen der Gesellschaft ein, auch und gerade mit Kritikern. Ein Beispiel: Als wir 2012 unseren dritten Hähnchenstall bauen wollten, formierte sich eine Bürgerinitiative gegen das Neubauvorhaben. Die haben wir im Januar 2013 zum Tag der offenen Tür zu uns eingeladen. Wir wollten ihnen zeigen, wie es tatsächlich in einem Geflügelstall aussieht. Ich weiß, dass ich der Kritik nur mit Transparenz begegnen kann. Und die Stallbesuche kamen auch gut an. Stallbesuche haben wir im Übrigen auch schon mit Kindergartengruppen und Schulklassen durchgeführt. Und die positive Resonanz motiviert uns dazu, mit den Stallrundgängen auch in Zukunft weiterzumachen.

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